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Regionale Besonderheiten in Kiel

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Muscheln aus der Kieler Förde

Seit einigen Jahren lebt die alte Tradition der Muschelzucht in der Kieler Bucht wieder auf. Im Jahre 2009 ging die Kieler Muschelfarm als Pilotprojekt in der Kieler Förde vor Anker. Auch wenn ein großer Teil der ersten Ernte im Jahr 2011 von überwinternden Eiderenten vernascht wurde (an die 1.000 kg Jungmuscheln landeten auf diesem Wege in den Bäuchen der Enten) so sprachen Kieler Muschelzüchter dennoch von einer indirekten Qualitätsbestätigung für ihre Muscheln. Für die Enten ein reichlich gedeckter Tisch unter Wasser, für das menschliche Auge kaum auszumachen, denn die Miesmuscheln, die direkt vor Holtenau gezüchtet werden, verraten ihren Standort lediglich durch die endlos langen Reihen von Bojen. Die Schalentiere wachsen dort an sogenannten Langleinen an denen spezielle Muschelsocken (eine Art „Nylonstrumpf“) angebracht sind. Heute tragen die Muscheln ein Bio Siegel und gelten als die ersten Bioprodukte aus Marikultur in Deutschland.

Bereits im 18. Jahrhundert gehörte die Muschelzucht zu den Traditionen in der Kieler Bucht. Einst wurden Baumstämme im Meeresboden verankert an deren Äste sich die Miesmuscheln ansiedeln konnten. Da die Erntezeit der Muscheln damals als auch heute im Winter stattfindet, konnten sich die Sprottenfischer mit diesem Geschäft über die kalten Monate finanzieren. Die niedrigen Temperaturen zu dieser Jahreszeit ermöglichten bereits damals einen Transport der beliebten Delikatesse bis nach Prag oder sogar Ungarn. Durch die Stadtentwicklung und fortschreitende Industrialisierung und dem damit einhergehenden Fangplatzmangel als auch die Verschlechterung der Wasserqualität, trat die Miesmuschelzucht in den Hintergrund.

Die Kieler Fördemuschel können Sie im CITTI-Seafood kaufen oder direkt am Muschelboot (nach telefonischer Vorbestellung unter 0431 3645881) am Tiessenkai in Kiel-Holtenau abholen. Einfach zubereitet mit Lorbeerblättern, einer Knoblauchzehe, Pfefferkörnern und Olivenöl genießen Sie den ursprünglichen Geschmack der Miesmuschel ganz unverfälscht. Für 2 Personen werden ca. 1,5 kg Miesmuscheln benötigt.

Kieler Sprotten

Der kleine heringsartige Seefisch ist eine besondere regionale Spezialität. Mit seinen rund 10 cm ist die Sprotte ein bequem zu verzehrender Fisch, denn sie kann sogar komplett „mit Kopp un Steert“ (mit Kopf und Schwanz) verzehrt werden. Selbst die äußerst weichen und feinen Gräten können mitgegessen werden. Dennoch ist dieser Komplettverzehr nicht Jedermanns Sache und der eine oder andere Fischliebhaber isst sie lieber frei nach dem Motto „Kopp un Steert sünt nix weert“ (Kopf und Schwanz sind nichts wert) und entfernt vor dem Verzehr Kopf, Schwanz und Hauptgräte.

Da die Fischbestände im Großraum der Kieler Bucht nicht mehr mit denen von vor 100 Jahren zu vergleichen sind, kommt ein großer Teil der Sprotten heutzutage aus den Hauptfanggebieten in der Nord- und Ostsee. Der Schwarmfisch wird nur noch in kleinen Mengen im Raum der Kieler und Eckernförder Bucht gefangen. Der Name Kieler Sprotte verrät wider Erwarten nichts über die Herkunft des kleinen Meeresbewohners. Angeblich wurde die Sprotte von jeher bei Eckernförde gefangen und in die goldgelb glitzernde Spezialität verwandelt. In Kiel wurden die kleinen Fische dann lediglich verpackt und versandt. Letztendlich entscheidet die Art des Räucherns über den einzigartigen Geschmack und verwandelt den Silberling in eine goldene Gaumenfreude. Ob traditionell im Altonaer Ofen oder im modernen gasbefeuerten Räucherofen geräuchert, insbesondere das Buchen- und Erlenholz sorgen für den einzigartigen Geschmack.

Schnüsch

Auch die Vegetarier kommen beim urtypischen Essen in und um Kiel nicht zu kurz. Ein beliebtes Gericht, welches ursprünglich aus Angeln, einer Landschaft zwischen Schleswig und Flensburg an der Ostsee stammt, findet man auch auf den Kieler Speisekarten wieder. Zu übersetzen ist Schnüsch am einfachsten mit „Quer durch den Garten“. Denn typisch für dieses beliebte Sommeressen ist, dass der Gemüseeintopf vorzugsweise mit frischem Gemüse aus dem Garten hergestellt wird. Und da kommt dann alles herein, was gerade erntereif ist.

Das gewürfelte Gemüse, vorzugsweise Bohnen, Erbsen, Kohlrabi, Möhren, Kartoffeln, wird mit Milch gekocht und mit typischen Gewürzen wie Petersilie und Bohnenkraut, Pfeffer, Muskat und Salz abgeschmeckt. Die vegetarische Variante kann natürlich auch abgewandelt werden. Mancherorts und je nach Geschmack lässt sich die Zutatenliste wunderbar um Fisch und/oder Schinken erweitern. Dieser kann dazu gereicht werden oder direkt mit dem Gemüse und den Kartoffeln gekocht werden. Guten Appetit!